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Mein Teufelskreis ...



Das Schöne am Schreiben ist, es befreit. Es passiert etwas, es bedrückt mein emotionales Herz, ich schreibe das Bedrückende mir von der Seele, lasse es somit hinter mir und erlange meine Freiheit wieder.

Wahrscheinlich werden immer weniger Männer mich kennenlernen wollen, wenn sie wissen, dass ich so persönliche Blogs schreibe und auch Videos drehe, weil sie befürchten, irgendwann ebenfalls Inhalt eines dieser Beiträge oder Videos zu werden. Kann ich nachvollziehen.

Grundsätzlich lasse ich schon länger keinen Mann mehr an mich heran. Anfang letzten Jahres habe ich beschlossen, dass Thema Beziehung auf Eis zu legen. Gesucht habe ich eh noch nie, aber wenn sich Gelegenheiten geboten haben, habe ich sie ergriffen und mich darauf eingelassen.

Letztes Jahr nicht. Bis zu dem Vorfall mit dem Möchtegern-Dom hatte ich sogar 7 Monate rein gar nichts am Laufen.

Nun habe ich Ende November jemanden über eine Online-Erotikplattform kennengelernt. Er schrieb mich an, nachdem ich sein Profil besucht hatte, weil mir sein Bild positiv aufgefallen ist. Ich war nur am Stöbern aus nächtlicher Langeweile, die ich selten habe ... Passiert also so gut wie nie, dass ich mich durch Profile klicke.

Nun schrieb er mich halt an. Nicht wie die anderen. Kein simples "Hey, wie geht's", aber auch kein Flirtversuch. Er bezog sich auf eine Gemeinsamkeit. Das Schreiben. Wir kamen ins Gespräch. Irgendwann fragte er, ob ich vorhabe, ein Hörbuch aufzunehmen. Tatsächlich ist es ein Projekt, was ich mir für dieses Jahr vorgenommen habe. Da er ein Tonstudio besitzt, bot er mir an, es mit mir aufzunehmen. Ich sagte nicht zu, aber auch nicht ab. Mein Bruder ist ebenfalls Musiker und ich habe bereits geplant, in Eigenproduktion aufzunehmen. Wir gingen irgendwann auf WhatsApp über, da sein Premiumpaket dort ablief und wir so in Kontakt bleiben konnten, falls ich mir die Sache mit dem Hörbuch noch anders überlegen sollte ...

Wie das Schicksal es wollte, stellten wir fest, dass wir beide vorhatten, auf die selbe Fetischparty zu gehen. Nur hatte ich eigentlich bereits eine weibliche Begleitung und er hatte auch schon jemanden in Aussicht, aber hatte kein gutes Gefühl dabei.

Wir schrieben weiter und bemerkten, dass wir auch beim Thema BDSM eine total ähnliche Einstellung teilen. Wir schrieben intensiv darüber und es tat gut, zu lesen, dass jemand es so lebt, wie ich es leben möchte.

Aus seiner Begleitung wurde nichts und somit war klar, dass wir gemeinsam zu dieser Party gehen werden. Da ich noch nie auf einer war, brauchte ich ein Outfit. Wir vereinbarten unser erstes Treffen am 02.01., um gemeinsam auf dem Kiez shoppen zu gehen. Leider wurde er krank. Und leider klappten auch weitere sechs Treffen von seiner Seite aus nicht (Fairer Weise muss man sagen, dass ich eins abgesagt habe, aber ich bin mir sicher, dass er es sonst getan hätte ...).

Ich weiß, dass die wenigsten Menschen meine Geduld nachvollziehen können. Aber er kam nicht mit Ausreden an und somit konnte ich Verständnis aufbringen, auch, wenn es mir nach der sechsten Absage wirklich schwer viel, weil mein Ego begann, an sich selbst zu zweifeln, obwohl es nichts mit mir zu tun hatte. Aber, wenn man nur negative Erfahrungen gesammelt hat in der Vergangenheit, sind diese Zweifel ein Teil von einem. Es kostete mich echt viel Kraft, mich nicht von ihnen einnehmen zu lassen.

Und auch jetzt kostet es mich viel Kraft, nicht in 1000 Scherben auseinander zu fallen, wo ich mich in den letzten Jahren doch so toll wieder zusammengeklebt habe. Nicht wieder in minderwertige Gedankenmuster zu fallen, sondern im Hier und Jetzt zu bleiben. Die Zufriedenheit zu spüren, die bereits vor ihm da war ...

Der 7. Versuch war für übermorgen angesetzt. Alles war gut zwischen uns. Nun bekam ich vorhin eine Sprachnachricht von ihm, während ich mit Freunden Essen war. Nichts Ungewöhnliches, weil wir die letzten Wochen über Voicemails kommuniziert haben. Als ich seine eingegangene Nachricht sah, hatte ich plötzlich den Impuls, dass er am Samstag im realen Leben eine Frau kennengelernt hat ... hab den Gedanken aber schnell beiseite geschoben, weil ich nicht negativ denken will.

Nun kam ich vorhin zu Hause an und widmete mich seiner Nachricht. Er hat am Samstag eine Frau kennengelernt, es hat irgendwie gefunkt, das Gefühl ist immer noch da und da er solche Momente bisher selten hatte, will er dem nachgehen. Da er nicht weiß, wie sie sexuell drauf ist, wird er nicht zu der Party gehen.

Was ich im ersten Moment dachte? Krass, ey ... ich bin eine fucking Hellseherin! Gefolgt von einem Gefühl der Enttäuschung, dass ich den Mann, der mich wirklich interessiert hat, nicht persönlich kennenlernen durfte. Tatsächlich ist er der erste Mann, bei dem ich mir vorstellen konnte, dass es wirklich passt ... Und jetzt hat mir eine andere Frau dazwischen gefunkt und die Möglichkeit, ihn näher kennenzulernen.

Letztes Jahr hatte ich ein kurzes reales Erlebnis ... da hatte ich das Gefühl, einen Seelenverwandten getroffen zu haben, aber es war anders. Hier waren wirklich einige Gemeinsamkeiten vorhanden. Nicht nur beruflich und sexuell, sondern auch, was Werte anbelangt.

Ich bin jemand, der sich immer fragt, warum etwas passiert. Und ich frage mich, warum es für mich nicht möglich ist, schöne Erfahrungen zu machen. Alles hat einen bitteren Nachgeschmack. Der Mann, bei dem ich das Gefühl hatte, er sei ein Seelenverwandter, wollte mich wiedersehen, musste aber zurück in seine Heimat. Eigentlich sollte er nach drei Monaten zurückkommen, ist er aber nicht. Das ist bald auf den Tag ein Jahr her.

Es ist aber so typisch, dass diejenigen, für die ich mich interessiere, nicht das selbe starke Interesse empfinden, wie ich. Und tatsächlich sind es nur zwei Männer in den 27 Jahren, die mir Hoffnung gaben, dass ich mich doch aufrichtig für jemanden begeistern kann ...

Und beide wenige Male, konnte ich diesem Interesse nicht weiter nachgehen. Wo es einem am Ende hingeführt hätte, weiß man eh nicht ...

Ich komme aus meinem Teufelskreis nicht heraus. Möglicherweise ist es mein Schicksal, allein zu bleiben. Was mich nicht traurig machen würde. Dennoch würde ich es bedauern, keine intensiven, positiven zwischenmenschlichen Erfahrungen gemacht zu haben. Vielleicht darf ich mich momentan gar nicht ablenken lassen und soll meiner Berufung meine volle Aufmerksamkeit schenken ...

Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass gerade der letzte Monat mit den ganzen Absagen, mir keine Energie geraubt hätte. Tatsächlich konnte ich an den Tagen, an dem mir abgesagt wurde, nicht an meinem Buch schreiben und auch kein Video drehen. Weil ich damit beschäftigt war, mein Ego zu bändigen und meine Enttäuschung loszulassen beziehungsweise gar keine Erwartungen mehr aufzubauen ... ebenso wenig, wie die Vorstellung, wie ein Treffen ablaufen könnte.

Glücklicherweise ist mir das ganz gut gelungen. Darum bin ich jetzt gar nicht so traurig, dass ich nicht auf die Fetischparty gehen werde, obwohl ich mich darauf gefreut hatte, diese Erfahrung zu machen und auch vorhatte, darüber zu berichten. Ich könnte natürlich trotzdem hingehen. Allerdings fühlt es sich nicht mehr gut für mich an und mich neu einzukleiden, würde im dreistelligen Bereich liegen und das Geld möchte ich lieber in mein Buch stecken.

Somit fängt dieses Jahr leider auch wieder mit wenig Glück an, was Männer angeht und wieder entschließe ich mich dazu, zuzumachen und mich auf niemanden einzulassen, um mich nicht erneut unnötig ablenken zu lassen.

Ich werde nicht im Selbstmitleid versinken, sondern diesem Mann alles Glück der Welt wünschen, ihn loslassen und mich nun voll und ganz auf mein Buch, auf das Schreiben, auf meine Berufung fokussieren.

Und sollte der nächste es doch irgendwie schaffen, mich umzustimmen, darf er gerne etwas mehr Zuverlässigkeit mitbringen.