Bad Pleasure - Teil 1 (FSK 18!)



VORWORT

Da ich meinen Impulsen ja gerne folge, entsteht hier nun mein erster Blogroman. "Bad Pleasure" lautet der Titel. Wie viele Teile es insgesamt werden, kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich habe einen groben Plan bzw. das Gerüst der Story steht, aber letztendlich ist das tolle an einem Blogroman ja, dass man während des Projekts die Story noch verändern kann.

Ich habe schon eine Idee für eine eventuelle Fortsetzung, aber ob ich die dann umsetze, mache ich etwas vom Feedback abhängig ... sollte es überhaupt welches geben. Ansonsten nutze ich das einfach als Übung für mich selbst ;)

Ich versuche einmal die Woche einen neuen Teil online zu bringen, aber das hängt natürlich von meiner Zeit und meiner Muse ab :D

Werde auf Facebook und auch auf Snapchat (kadditv) mitteilen, wenn ein neuer Teil online ist.

Auf jeden Fall möchte ich vorweg sagen, dass diese Geschichte wohlmöglich eher negative Emotionen in dir hervorrufen wird. Sie ist fiktiv, auch, wenn ich ein paar meiner bisherigen Erfahrungen als Anhaltspunkte nehme, steht diese Geschichte in keinem Zusammenhang mit meiner Realität. Ich kann sie leider auch in kein Genre einordnen. Es wird emotional und auch erotisch.

Ansonsten lasse dich einfach überraschen. Und wenn es dir zu viel wird, kannst du das Lesen ja immer noch abbrechen ;)

Nun wünsche ich dir aber erstmal viel Spaß mit meiner weiblichen Protagonistin Luisa (Lou) und dem ersten Kapitel!

P.S.: Unterstrichene Passagen sind verlinkt und führen zu YouTube (eventuell Vimeo). Zu den Songs, die in der Geschichte vorkommen oder, die mich bei gewissen Passagen emotional beim Schreiben unterstützt haben.

KAPITEL 1

Es ist Freitagabend. Schon wieder Wochenende. Für die meisten Menschen bedeutet dies Freiheit und Spaß. In meiner Welt steht das Wort Wochenende für Einsamkeit.

Am liebsten hätte ich gearbeitet, aber die Wochenendschichten waren mal wieder schnell belegt. Ich könnte den Mund aufmachen und mich beschweren, dass ich gefälligst auch mal eine Schicht übernehmen will, aber da ich nur dreimal die Woche dort arbeite und andere die Zuschläge wahrscheinlich mehr gebrauchen können als ich, sage ich nichts. Mit den wenigen Menschen, zu denen ich Kontakt habe, möchte ich es mir ungern verscherzen und ich würde mich schlecht fühlen, wenn ich anderen die Möglichkeit nehme, Geld zu verdienen, auf das sie ernsthaft angewiesen sind. Dank meiner Eltern, die vor 4 Jahren, als ich 19 Jahre alt war, nach Amerika ausgewandert sind, ohne mich, brauche ich mir um das Finanzielle keine Sorgen mehr machen. Eigentlich müsste ich gar nicht arbeiten. Aber ich brauche die Arbeit im Fitnessstudio. Der Kontakt zu den anderen Trainern und den Sportlern tut mir gut. Es hält mich am Leben. Innerlich fühle ich mich bereits tot. Seit dem Tag, an dem mich meine Eltern verlassen haben, um ihren Traum zu leben, der nun mal nicht meiner ist.

In den drei Tagen in der Woche reiße ich mich zusammen und nehme am Leben teil. Auch, wenn ich ein Geist bin, der über die Trainingsfläche schwebt, sich durch die Geräte schlängelt. Nach der Arbeit verbringe ich meist noch eine Stunde auf dem Laufband. Nötig habe ich es nicht. Ich bin von Natur aus schlank gebaut, könnte eher ein paar mehr Kilos auf den Rippen vertragen.

In dieser einen Stunde fühle ich mich frei. Losgelöst. Da ist kein Tod, kein Leben. Da ist einfach nichts.

Mag sein, dass ich in diesen 60 Minuten weglaufe. Vor mir, vor meiner Zukunft, vor meiner Vergangenheit. Ich bin Angst. Durch und durch. Der Grund, weshalb ich einsam bin, ist mir bewusst. Um das zu erkennen, braucht man nicht Psychologie studiert haben.

Meine Mom hat mir schon häufiger geraten, mir einen zu suchen. Die Maske, die ich an den drei Tagen in der Woche trage und die ich abends zu Hause erschöpft abnehme, wirkt bei meiner Mutter nur begrenzt. Sie spürt, dass ich nicht glücklich bin und sie weiß, dass ich alleine bin. Wir telefonieren jeden Freitagabend und jedes Mal fragt sie mich nach meinen Plänen für das Wochenende und jedes Mal sage ich ihr, dass ich nichts vorhabe. In jedem Telefonat versucht sie mich dazu zu bringen, mich mit Arbeitskollegen zu verabreden oder einfach mal auszugehen, um neue Leute kennenzulernen.

Mittlerweile ist sie schon so weit, dass sie versucht mir ein Haustier aufzuquatschen, damit ich nicht ganz alleine bin. Ich weiß, dass sie das nur tut, weil ihr schlechtes Gewissen sie plagt. Das ist auch der Grund, weshalb sie mir finanzielle Freiheit geschenkt haben.

Wenn sie ihr Kind schon verlassen, um ihren Traum zu leben, dann sollte es auch von ihrem Erfolg profitieren. Ich freue mich für meine Eltern, dass sie es geschafft haben und glücklich sind. Aber kein Geld der Welt wird diese Leere füllen. Den leeren Platz, an den meine Eltern gehören und sonst niemand. Das Klingeln meines Telefons lässt mich kurz zusammenzucken und reißt mich aus meiner Gedankenwelt. Wenn man vom Teufel spricht beziehungsweise denkt, denn überwiegend spreche ich mit der Stimme in meinem Kopf ...

"Hey, Mom." (Da sie die einzige ist, die mich anruft, melde ich mich immer mit den selben Worten.)

"Na, mein Schatz. Du hebst auch immer schneller ab. Das war einer neuer Rekord!", klingt es leicht verzerrt aus dem Hörer.

"Sehr witzig. Das Telefon war einfach gerade griffbereit. Außerdem rufst du auch immer häufiger um Punkt 20 Uhr an. Das macht es mir leicht, schnell abzuheben. Die Verbindung ist heute allerdings nicht so gut. Es rauscht stark im Hintergrund."

"Ein kleines Lachen deinerseits hättest du mir ruhig gönnen können. Ja, wir haben ein Unwetter. Kann sein, dass die Verbindung ganz abbricht. Aber ich wollte es trotzdem versuchen. Mir ist es wichtig, deine Stimme zu hören. Außerdem gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass du doch irgendwann mal wen kennengelernt hast oder dich aufraffst, um soziale Kontakte zu knüpfen."

"Mir ist heute nur gar nicht nach Lachen zu mute. Aber ich freue mich, dass ich mich darauf verlassen kann, dass du mich anrufst. Ansonsten würde ich mir Sorgen machen."

"Ist irgendwas Bestimmtes vorgefallen, mein Engel? Natürlich! Ich würde mich ebenfalls sorgen. Obwohl ich davon ausgehen würde, dass du vielleicht einen Mann kennengelernt hast ... man muss ja nicht vom Schlimmsten ausgehen. Dann wären unsere Telefonate mit Sicherheit nicht mehr Priorität Nummer Eins ..."

"Nein. Es ist alles wie immer. Nur heute belastet es mich ganz besonders. Ich und Männer? Mom, der Witz war gut!" Ich lache kurz auf.

"Wenn es dich so belastet ... warum änderst du dann nichts daran? Wenn du keine neuen Freunde willst, okay. Aber ein Mann würde dir gut tun. Einfach mal nur zum Spaß. Amüsiere dich. Du brauchst niemanden daten. Such dir was Lockeres, um mal Schwung in dein Leben zu bringen. Du gehst ein. Du bist so jung. Versteck dich nicht in deiner Wohnung. Gehe raus, erlebe Abenteuer. Mache Fehler. Lerne dazu. Genieße dein Leben."

"Wie soll ich mein Leben genießen, wenn ihr nicht hier seid?! Und hast du mir gerade dazu geraten, Sex mit irgendeinem Mann zu haben? Mom ... das sind ganz neue Vorschläge von dir. Sollte eine Mutter ihre Tochter nicht beschützen wollen vor den bösen Männern, denen es bloß ums Körperliche geht?"

"Stochere noch tiefer in meiner Wunde. Ich werde mein schlechtes Gewissen mit ins Grab nehmen. Als wir dich damals zur Welt gebracht haben, waren dein Vater und ich sehr jung. Wir hatten schon damals diesen Traum uns ein Leben in Amerika aufzubauen, aber wir hatten die Mittel nicht, um auszuwandern. Daher haben wir gewartet, bis du volljährig bist und deine eigenen Entscheidungen treffen kannst und wir das nötige Geld zusammengespart haben. Du wolltest nicht mit. Aber du kannst uns nicht vorwerfen, dass wir unser Leben leben und es nicht für dich aufgegeben haben. Du hast immer noch die Möglichkeit, zu uns zu kommen.

Luisa, ich weiß ehrlich gesagt auch gar nicht, was dich in Deutschland noch hält. Vor 4 Jahren war es dein Freund, der dich aber schon nach wenigen Wochen, nachdem wir fort waren, verlassen hat, weil er deine Trauer nicht tragen konnte. Du hast deine Ausbildung beendet. Du könntest genauso gut auch hier als Fitnesstrainerin arbeiten. Warum lebst du in deiner Einsamkeit? Bist du so masochistisch, dass du in Wahrheit darin aufgehst? Ich bin müde, Lou. Das einzige, was ich will, ist, dass du gesund und glücklich bist. Und ich weiß nicht, was ich noch tun soll.

Entweder du kommst her oder du suchst dir einen Grund, wofür es sich für dich zu leben lohnt. Du bist frei. Das sind die wenigstens Menschen in deinem Alter. Mach was daraus. Hör endlich auf, dich in dieser Trauer zu wälzen!"

Ich brauche ein paar Sekunden, bis ich antworten kann. Meine Mom ist sehr harmoniebedürftig. Solche klaren Worte habe ich eine Ewigkeit nicht mehr aus ihrem Mund gehört.

"Lou, bist du noch dran?"

"Ja ... ich bin noch da. Ich weiß, dass du Recht hast. Ich weiß nur nicht, ob ich die Kraft habe, etwas zu verändern. Ich bin nicht so stark, wie ihr es seid. Mein Traum ist damals geplatzt, als Erik mich verlassen hat. Wie soll ich mir aus dem Nichts, ohne eure Anwesenheit, ohne eure direkte Unterstützung, etwas Neues erschaffen? Ich brauche euch!"

"Du bist unser Kind. Du bist genauso stark. Du brauchst uns nicht. Ich hab dich lie ..."

Die Verbindung ist abgebrochen.

Ich weiß, dass sie nicht versuchen wird, nochmal durchzukommen. Eigentlich ist auch alles gesagt.

Zum ersten Mal hat es meine Mom geschafft, mich zum Nachdenken zu bewegen.

Ich wäre nie auf die Idee gekommen, mir einen Mann nur für Sex zu suchen. Erstens, bin ich viel zu schüchtern und zweitens, geht das mit meiner Moralvorstellung nicht konform.

Aber scheiß auf Moralvorstellungen! Wozu nach irgendwelchen selbst auferlegten Regeln leben, wenn ich bereits tot bin? Als Geist kann ich doch machen was ich will. Ich fühle doch eh nichts. Nur Gleichgültigkeit.

Vielleicht liegt die Lösung in der Sexualität. Vielleicht kann sie mich wieder lebendig werden lassen. Und wenn es nur um Körperlichkeit geht, dann sollte meine Verlustangst mich auch nicht heimsuchen.

Was habe ich großartig zu verlieren? Nichts. Außer die Hoffnung, dass mein Leben wieder einigermaßen lebenswert wird.

Bin ich eine Masochistin? Weil ich mich selbst ausgrenze? Nein. Ich leide nicht gerne. Es ist meine Angst, Menschen an mich heran zu lassen, in mein Herz zu lassen und sie dann wieder zu verlieren. Ich schütze mich bloß selbst. Meine Angst hat mich im Griff. Sie lässt mich leiden, um mich vor noch größerem Leid zu schützen. In meiner Situation ist es kaum vorstellbar, noch mehr zu leiden. Ich erinnere mich an den Schmerz, den ich gefühlt habe, als meine Eltern mich verlassen haben, als Erik mich im Stich gelassen hat ... gerade diese Erinnerung sorgt dafür, dass der Schmerz mein täglicher Begleiter ist. Also nein, noch schlimmer kann es gar nicht werden.

Daher beschließe ich, mir eine dieser Datingapps zu installieren, die meine männlichen Kollegen gerne in ihrer Pause verwenden. Ich habe meine Ohren überall. Ich höre, wie sie sich untereinander austauschen. Einer von ihnen wischt sogar keine der Damen weg, damit er eine höhere Trefferquote hat. Als sei alles nur ein Spiel. Vielleicht sollte ich genau mit dieser Einstellung an die Sache heran gehen. Es ist nur ein Spiel. Mehr nicht. Entweder ich gewinne oder ich verliere. Und da ich nichts zu verlieren habe, kann ich ja nur gewinnen.

Ich mache es mir auf dem Sofa gemütlich und richte mir mein erstes Onlineprofil ein. Und plötzlich spüre ich, wie sich eine leichte Aufregung in mir ausbreitet. Mein Körper gibt mir ein Signal, dass ich das Richtige tue. Meine Angst mischt sich immer wieder ein, aber ich schenke ihr kein Gehör.

So, wie es jetzt läuft, kann es nicht weitergehen. Ich bin 23 Jahre alt. Andere haben in meinem Alter schon eine Weltreise erlebt oder heiraten und bekommen Kinder und ich? Ich liege entweder auf dem Sofa oder in meinem Bett und zappe durch das furchtbare TV-Programm, um mich abzulenken.

Ich brauche neue Erfahrungen. Einen Kick, der mich wieder ins Leben katapultiert.

Die Phase des Selbstmitleids erkläre ich von heute an für beendet.

Als es darum geht, ein Foto von sich hochzuladen, stelle ich fest, dass ich überhaupt kein Aktuelles von mir besitze.

Ich stehe auf und gehe ins Badezimmer, um mir meine langen, glatten, rötlichen Haare zu kämmen. Ich betone meine Haselnussbraunen Augen mit einem ähnlichen Braunton. Ich schaue in den Spiegel und zum ersten Mal seit wirklich langer Zeit, sehe ich mich. Meine Augen haben jeglichen Glanz verloren. Meine Haut ist blass, da sie viel zu wenig Sonne sieht. Ich pudere mir noch ein wenig Farbe auf meine Wangenknochen, damit ich nicht völlig aussehe, als wäre ich gerade dem Leichenschauhaus entlaufen.

Da es um Sex geht, müsste ich vielleicht etwas mehr Haut zeigen ... damit fühle ich mich aber nicht wohl. Dennoch ziehe ich meinen Schlapper-Pulli aus und ziehe mir dafür ein Kleid über, welches ein wenig Dekolletee und meine Schultern zeigt. Das sollte genügend Reiz ausüben und nicht zu aufdringlich wirken.

Ich setze mich wieder auf mein Sofa und versuche 30 Minuten lang ein einigermaßen ansehnliches Selfie von mir zu machen. Aus gefühlten Bergen von Bildern suche ich mir eines aus, mit dem ich leben kann. Schön finde ich mich zwar trotzdem nicht, aber Scheiße kann man nun mal nicht polieren. Und ich würde mich unsicher fühlen, wüsste ich, dass ich auf dem Bild viel besser aussehe als es in der Realität der Fall ist. Sollte es überhaupt zu einem Treffen kommen. Noch weiß ich nicht, ob es Männer gibt, die Lust auf mich haben. Aber es sind Männer ... kostenlos seinen Schwanz in einer jungen Frau versenken zu dürfen ... das Angebot kann Mann nicht abschlagen. Jedenfalls kein Mann, dessen Penis die Kontrolle über sein Gehirn besitzt. Dementsprechend wird sich schon jemand finden, dem es egal ist, wie ich aussehe. Hauptsache ich habe einen Puls und ein Loch.

Nur sollte ich im Umkehrschluss mich fragen, ob es mir nicht wichtig ist, wie derjenige aussieht.

Er muss heiß sein! Wenn schon keine anderweitigen Gefühle im Spiel sind, muss er optisch etwas zu bieten haben. Ansonsten bleibt mein Höschen weiterhin staubtrocken.

Ein paar Muskeln wären schön. Und ein markantes, männliches Gesicht. Kurze Haare. Gepflegt muss er aussehen und ein charmantes Lächeln wäre von Vorteil. So wie weiche Augen. Ich mag keine stechenden Augen. Ich mag den Kontrast. Ein harter, kantiger, starker Körper und dazu weiche, liebevolle Augen. Lou, deine Ansprüche sind sehr hoch. Was hast du überhaupt zu bieten?

Ich kann da nicht mithalten. Ich bin ein Strich in der Landschaft. Habe kaum Kurven. Das einzige, was kurvig an mir ist, sind meine Brüste und meine vollen Lippen. Für meine schmale, zarte Erscheinung habe ich zu viel Brust. Ich versuche die beiden immer unter weiten Pullovern zu verstecken. Ich kann es nicht leiden, wenn mir Männer auf meine Oberweite starren. Ich sollte mich jedoch schon mal damit abfinden, nur auf meinen Körper reduziert zu werden. Ich werde es ja genauso tun.

Diese Apps sind ekelhaft oberflächlich. Aber für meine Absicht wird es seinen Zweck erfüllen.

So optimistisch war ich noch nie.

Mein Profil ist online. Ich bin super neugierig, was für Männer sich dort aufhalten und begebe mich direkt auf die Suche. Die ersten fünf Minuten wische ich jedes Bild in die untere linke Ecke.

Next, next, next ... nach weiteren fünf Minuten ist die Ernüchterung so groß, dass mir die Lust vergangen ist und ich beschließe, morgen erneut einen Versuch zu starten und mich doch erstmal wieder dem schlechten Abendprogramm im TV zu widmen.

Am nächsten Morgen, während des Frühstücks, bin ich wieder fleißig am Wischen. Ich bin überrascht über meine Oberflächlichkeit und meine hohen Ansprüche. Obwohl ich so langsam das Gefühl habe, dass sie nur existieren, weil ich in Wahrheit Angst vor einem Match habe. Ein paar Männer, die mir gefallen haben, waren durchaus dabei. Aber sie waren zu gut aussehend. Das geht auch nicht. Mit denen hätte ich wohl eh kein Match, weil ich ihnen bestimmt nicht gefalle und außerdem wissen die mit Sicherheit, dass sie hot sind und Arroganz und Selbstverliebtheit mag ich gar nicht.

Der kommt dann wahrscheinlich alleine dadurch, dass er sich selbst so geil findet. Ich wäre überflüssig. Sich vor den Spiegel zu stellen, würde ihn auch zum Ziel führen ...

Na toll! Zum ersten Mal war einer dabei, der hätte passen können und was tue ich ... ich wische ihn weg. Aus Gewohnheit. Lou, konzentriere dich!

Im Laufe des Tages nutze ich immer mal wieder die App. Zwischendurch werde ich zu einer Pause gezwungen, da mir keine Männer mehr aus meiner Umgebung angezeigt werden.

Doch am Abend werde ich endlich fündig. Robin, 29 Jahre alt, hat es geschafft, meine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Auf dem Foto sieht er allerdings ein paar Jahre jünger aus. Aber das stört mich nicht. Sein Bild wird wahrscheinlich im Urlaub entstanden sein, denn er hält eine Kokosnuss in seiner einen Hand und ist oberkörperfrei. Sein Gesicht ist markant, so wie ich es mag. Seine Kieferpartie schmückt ein dunkler, gepflegter 3-Tage-Bart. Die Haare sind ebenfalls dunkel, passend zu seinen Augen, und kurz. Seine Haut schimmert in einem goldbraunen Ton. Brust- und Schulterpartie sind breit gebaut, was auf einen regelmäßigen Besuch im Fitnessstudio hinweist.

Er lächelt und wirkt äußerst sympathisch.

Mein Herz klopft, als ich sein Bild in die obere rechte Ecke wische. Bitte, bitte lass uns ein Match haben! BINGO! Wir haben ein Match! Die Freude ist groß! Ich hüpfe in meinem Wohnzimmer auf und ab. So ... und jetzt? Schreibe ich ihn an oder er mich? Ich warte erstmal ab ...

Zur Feier des Tages gönne ich mir eine große Portion Eis, die vorhin, als ich schnell einkaufen war, in meinem Einkaufskorb ganz zufällig gelandet ist. Neben dem ganzen anderen Süßkram ...

Normalerweise dient der Zucker dazu, mir meinen Frust etwas zu versüßen. Aus Freude habe ich schon ewig nicht mehr genascht.

Nachdem ich das Eis verspeist habe, schaue ich nach, ob Robin sich in der Zwischenzeit bei mir gemeldet hat.

Als habe ich das Glück plötzlich mit Löffeln gefressen. Wie es sich für einen Gentleman gehört, hat er den ersten Schritt gemacht.

Hey Louisa!

Du bist mir sofort ins Auge gesprungen mit deinen sinnlichen Lippen und deiner temperamentvollen, rötlichen Haarpracht! Ein echter Hingucker.

Ich hoffe, es geht dir gut?

Würde mich freuen, von dir zu hören.

LG

Robin

Und dann ist er auch noch so nett! Die Komplimente gehen runter wie Öl. So liebe Worte habe ich zuletzt von Erik gehört. Obwohl er die Adjektive sinnlich und temperamentvoll nie verwendet hat. Für ihn war ich seine Lou Püppi. Niedlich und zerbrechlich. Mit erotischen Begriffen hat er mich nie umschmeichelt. So recht identifizieren kann ich mit ihnen auch nicht, aber wenn Robin das äußert, muss irgendwas daran wahr sein. Und wie ich zwischen den Zeilen lesen kann, verfolgt er die gleiche Absicht wie ich. Obwohl ich keine Ahnung von Onlinedating habe. Kann gut möglich sein, dass Männer, die auf eine feste Beziehung abzielen, sich trotzdem erstmal auf Oberflächlichkeiten beschränken. Da ich keine Lust auf Unklarheiten habe, teile ich ihm am besten direkt mit, was Sache ist.

Hi, Robin.

Das beruht auf Gegenseitigkeit. Du bist mir auch direkt aufgefallen. Positiv natürlich!

Ich muss zugeben, dass das hier alles für mich neu ist. Ich möchte gar nicht um den heißen Brei herumreden. Ich bin nicht hier, um einen Mann ernsthaft kennenzulernen. Ich suche bloß Sex. Und jetzt, wo ich das niederschreibe, fühle ich mich schon wie ein Flittchen und bin mir unsicher, ob ich gerade das Richtige tue ...

Ob ich nun zu ehrlich war? Ich fühle mich tatsächlich jetzt schon ziemlich billig ... Sollte eine Frau sich nicht erobern lassen? Ich warte seine Antwort ab, bevor ich anfange, mir unnötig den Kopf zu zerbrechen.

Wow ... mit so klaren Worten habe ich jetzt definitiv nicht gerechnet ... wenn du so ehrlich bist, dann kann ich es ja auch sein.

Ich suche hier auch keine Frau für's Leben. Ich liebe Sex und möchte einfach Spaß haben.

Aber ich bin nun auch nicht so notgeil, dass ich es überstürzen muss. Ich möchte auch nicht, dass du dich wie eine Schlampe fühlst.

Ich weiß nicht wieso, aber ich habe das Gefühl, dass du eine besondere Frau bist. Ich schlage dir vor, dass wir uns hier erstmal kennenlernen. Vielleicht fühlst du dich besser, wenn wir miteinander schreiben und mehr voneinander erfahren und wenn das nicht der Fall ist, dann bin ich nicht enttäuscht, wenn du es dir dann doch anders überlegst. Einverstanden?

Ich? Eine besondere Frau? Ja ... eine besonders verkorkste Frau. Ich bin nicht davon ausgegangen, dass er so auf mich eingeht. Das imponiert mir.

Okay. Einverstanden.

Das freut mich! Also ich bin Robin, 29 Jahre alt und wohne in Wandsbek. Ich arbeite bei einer Sicherheitsfirma und habe daher meistens Nachtschicht. Eigentlich immer :D Meistens ist nur nichts los und daher treibe ich hier oft mein Unwesen. Ansonsten würde ich eingehen vor Langeweile. Wie sieht es bei dir aus?

Ich bin Luisa, Lou, 23 Jahre alt und ich wohne in Ohlsdorf. Ich arbeite als Fitnesstrainerin, aber nur dreimal die Woche. Ansonsten gehe ich vor Langeweile auch ein. Wenn du abends bzw. nachts immer arbeitest, wann triffst du dich denn mit den Frauen?

Schön, deine Bekanntschaft zu machen, Lou. Ohlsdorf ist dann ja auch gar nicht so weit entfernt.

Das ist eine gute Frage, da ich natürlich auch Schichten am Wochenende habe. Regelmäßige Treffen sind deshalb nie zustande gekommen. Aber du scheinst ja flexibel zu sein ...

Das stimmt. Hatte gar nicht erwartet, dass du direkt aus Hamburg kommst. Dachte, aufgrund der Anzeige der entfernten Kilometer, dass du aus einem Randgebiet kommst. Ich bin durchaus flexibel.

Meine Arbeitsstelle liegt am Randgebiet. Daher stimmt die Anzeige schon. Flexibel ist gut ;)

Das war jetzt zweideutig zu verstehen oder?

Etwas ... ich finde dich echt süß! Erzähl mir mehr von dir. Was tust du gerne in deiner Freizeit? Bist du sportlich unterwegs oder hast du die Nase voll, wenn du mit der Arbeit im Gym fertig bist? Eine gute Figur hast du doch mit Sicherheit als Trainerin ...

Ich fühle mich total gut mit Robin, obwohl ich ihn kaum kenne. Mir gefällt seine Art. Am liebsten würde ich was total Verrücktes tun und direkt zu ihm fahren, aber meine Angst ist zu groß. Ich möchte wissen, ob er wirklich an mir als Frau interessiert ist und nicht bloß an meinem Körper. Wenn er tatsächlich an mir interessiert ist, kann der Sex nur gut werden. Auf jeden Fall bin ich total in Flirtlaune!

Ich habe keine Hobbys ... Sport ist mittlerweile meine einzige Leidenschaft. Nach der Arbeit gehe ich noch eine Stunde auf's Laufband. Ausdauertraining ist mein Ding. Dementsprechend bin ich eben schlank. Nicht wirklich trainiert. Nicht so wie du ;) Na ja ... vielleicht kommt ja bald ein neues Hobby hinzu ...

Schlank ist sexy ;) Ich denke, wir würden uns wunderbar ergänzen. Optisch, wie auch menschlich. Wäre doch ein schönes neues Hobby ... Ich habe neben dem Sport auch kaum Hobbys. Unternehme ab und zu mal was mit meinen Jungs und ansonsten betätige ich mich bloß körperlich ;)

Tanzt du nicht gerne? Also gehst du nie mit deinen Freundinnen aus?

Ich kann mir auch vorstellen, dass es passen könnte ...

Ich verstehe mich mit Frauen nicht sonderlich gut. Meine letzte Freundschaft ging kaputt, als ich meinen Ex-Freund kennenlernte. Generell tanze ich schon gerne. Meist eben hier zu Hause. Für mich alleine.

Das ist schade. Dann wird es höchste Zeit, dass du mal wieder engeren Kontakt zu einem Menschen bekommst. Ich schreibe das nie ... aber wie ich bereits sagte, bist du irgendwie besonders und wenn wir uns gut verstehen, könnte ich mir auch vorstellen, dass es nicht bei einem ONS bleibt. Aber das liegt an dir! Wenn du einer Freundschaft Plus offen gegenüber bist, kannst du es dir dann ja überlegen.

Schön, das zu lesen. Wir werden sehen ... dazu kann ich jetzt noch nichts sagen.

Fühl dich auch bloß nicht in eine Ecke gedrängt! Ich bin nur ein Mann der offenen Worte. Mir ist es wichtig, dass du weißt, woran du bei mir bist.

Das weiß ich zu schätzen.

Würde ich dich drängen, wärst du eh schnell weg ;) Die Macht habe ich auch gar nicht. Deine Ehrlichkeit direkt am Anfang, hat mir echt gut gefallen. Ich finde, dass sollten wir auch beibehalten. Und ich bin jetzt super ehrlich. Ich würde dir total gerne zusehen, wie du in deiner Wohnung, unbeobachtet, tanzt ...

Warum seine Worte ein Kribbeln in meiner Vulva auslösen, weiß ich nicht.

Das stimmt ... drängen kannst du mich nicht. Ich bin ein freier Mensch ;)

So so. Nur doof, dass ich dann nicht mehr unbeobachtet wäre ;)

Schlaues Mädchen ;) Hm ... wäre es dir zu früh, wenn wir diese App hier verlassen und zu WhatsApp wechseln würden?

Jetzt bin ich mir sicher, dass er gerne ein Video von mir haben möchte, wie ich tanze. Aber ich belüge mich nicht selbst. Ich habe große Lust darauf, für ihn so ein Video zu drehen. Dann wüsste er, wie meine Figur ist und sollte es zu einem Treffen kommen, wäre ich weniger aufgeregt. Ich schicke ihm kommentarlos meine Nummer. Ich nutze die Zeit, in der Robin meine Nummer einspeichert, um mir schnell etwas anderes anzuziehen. Leggings und Pullover weichen einer Jeansshorts und einem weißen, schlichten T-shirt. Fertig umgezogen, stratze ich zurück ins Wohnzimmer.

Hey, Lou. Dann geht es jetzt hier weiter. Finde ich angenehmer :)

Da stimme ich dir zu :)

Würdest du denn für mich tanzen? Also ganz normal natürlich. Nicht falsch verstehen.

Willst du ein Video von mir haben?

Ja, darüber würde ich mich total freuen! Ich langweile mich hier auf der Arbeit gerade ziemlich und die Schicht ist noch lange nicht vorbei. Also du langweilst mich natürlich nicht! Aber mir ein bisschen Lebensfreude anzuschauen, würde mir jetzt gut tun :) Aber nur, wenn du dich wohl damit fühlst.

Okay. Gib mir 10 Minuten!

Nimm dir die Zeit. Ich warte geduldig und vorfreudig! :-*

Mein Herz schlägt schnell. Ich bin total aufgeregt. So was habe ich noch nie getan! Klar, es ist nur ein Tanzvideo. Nicht sonderlich spektakulär, aber irgendwie dennoch ziemlich persönlich. Für meine Verhältnisse jedenfalls.

Ich positioniere mein Handy auf meinem Esstisch, der im Wohnzimmer steht und wähle mit meinem Laptop über das Musikstreamingportal den Song Booty Man aus.

Mein ganzer Körper ist in Bewegung und ich blende komplett aus, dass ich gerade gefilmt werde und Robin dieses Video gleich zu sehen bekommen wird. Ich shake meinen nicht vorhandenen Booty. Meine schweren Brüste wippen auf und ab. Ich drehe mich im Kreis. Nutze die freie Fläche, die mir zum Tanzen zur Verfügung steht. Meine Haare fliegen von links nach rechts.

Als die Musik abklingt, schaue ich direkt in die Kamera, zwinkere hinein und schicke Robin einen Kuss zu. Ohne mir das Video vorher einmal anzuschauen, sende ich es ihm zu. Ansonsten würde ich es mir anders überlegen ...

Wow! Lou! Du siehst umwerfend aus. Du hast Feuer und trotzdem eine zarte Seite an dir. Das ist die perfekte Mischung. Das erkenne ich sofort! Und du hast echt tolle Brüste ;)

Dass er meine Brüste erwähnt, war vorhersehbar. Hätte ich Arsch, hätte er mir geschrieben, dass ich einen tollen Arsch habe ... aber ein paar Klischees muss er auch erfüllen dürfen.

Danke. Bist also ein Frauenflüsterer? ;)

Ich weiß nicht ... kann gut möglich sein. Sag du es mir. Wenn ich dir zu flüstere, dass ich dich gerne ohne T-shirt und ohne Shorts tanzen sehen wollen würde, würdest du dem nachgehen?

Das Kribbeln in meiner Panty nimmt an Intensität zu.

Mh ... vielleicht.

Vielleicht heißt nicht Nein. Was fehlt dir, um mir ein Ja zu geben? Vertrauen? Du kannst dir gewiss sein, dass ich das Video definitiv niemandem zeigen werde. Meine Jungs sind so drauf, dass sie mich dafür verurteilen würden. Das hat keinen Anstand, wenn eine Frau einem Vertrauen schenkt, einem Mann eine Freude machen möchte und dann geht man so respektlos damit um ... Außerdem teile ich nicht gerne ;) Der Anblick soll nur für meine Augen zu sehen sein.

Warum ist er so überzeugend? Meine Unsicherheit hat jedoch einen anderen Grund.

Ich vertraue dir in der Sache. Nur befürchte ich eher, dass mich nicht mehr willst, wenn du mich in Unterwäsche gesehen hast.

Lou ... ich bin jetzt schon völlig verrückt nach dir!

Es folgt ein Bild. Auf dem ist sein Schritt zu sehen. Eine beachtliche Beule zeichnet sich in seiner Hose ab.

Ich hoffe, dass das Beweis genug ist. Da ich auf der Arbeit bin, kann ich dir nicht mehr zeigen. Aber ihr Frauen mögt meines Wissens nach auch mehr die Überraschung und die wollte ich dir ungefragt nicht nehmen ;)

Du bist echt unmöglich!

Mit der Reaktion habe ich nun nicht gerechnet ... wieso bin ich unmöglich?

Weil du mich so leicht um den Finger gewickelt bekommst ...

Hahaha, du bist definitiv nicht so leicht um den Finger zu wickeln. Andere Frauen hätten mir schon längst einen Besuch auf der Arbeit abgestattet, um mir einen zu blasen und sich gleichzeitig fingern zu lassen.

Was macht er mit mir? Meine Pussy explodiert gleich von innen, ohne mich angefasst zu haben ...

Mir steht meine Unsicherheit im Wege ...

Die auch völlig nachvollziehbar ist! Für dich ist das alles Neuland. Das macht es auch so aufregend für mich. Stell dir vor, ich stehe vor dir. Ich lege meine Hände an deine Taille und ziehe dir langsam das T-Shirt über den Kopf. Während ich das tue, streifen meine Finger sanft die Seiten deines Oberkörpers entlang. Ich lege das Shirt aus der Hand. Betrachte dich kurz, bis ich mich deinem Hosenknopf widme. Ich knie mich vor dich. Öffne ihn geduldig. Ziehe die Hose nur ein Stück weit runter, schenke dir einen Kuss auf deine Scham und entwende dir die Shorts dann ganz. Du hältst dich an meiner Schulter fest, als du aus ihr aussteigst. Ich stehe auf. Ohne dich weiter anzufassen, setze ich mich auf das Sofa. Du wählst einen Song aus, zu dem du dich sinnlich bewegen kannst und dann tanzt du. Nur für mich.

Während er diese Worte getippt hat und mir nach und nach schickte, habe ich mich entkleidet. Ich trage meine weiße, schlichte Unterwäsche. Besonders verführerisch ist sie nicht, aber ich habe das Gefühl, dass er auch keinen Wert darauf legt. Ihm geht es ganz alleine um die Geste. Dass ich das tue, was er sich wünscht. Wäre er hier, würde ich mich ihm sofort hingeben. Er bringt meinen Puls zum Rasen, ohne, dass er physisch anwesend ist. Wie soll das nur sein, wenn er wirklich vor mir steht? Wenn seine großen, starken Hände meine kochende Haut berühren ... wenn meine Hände halt an seiner breiten Brust, seinen breiten Schultern suchen ... ich werde wahnsinnig bei dieser Vorstellung. Diese Art der Lust ist eine Premiere. Meine Panty saugt sich mit meiner Feuchtigkeit voll. Wie viel sie noch aushält, bis ich das Gefühl habe, dass es durchtropft, kann ich nicht einschätzen ...

Ich antworte ihm nicht. Meine Antwort wird das Video sein, welches er von mir haben will.

Ich brauche nur noch ein passendes Lied ... gefunden. Ich starte Sex you up von Chris Brown.

Zu dem Song bewege ich mich wesentlich langsamer. Es fällt mir schwer, mich sexy zu bewegen. Ich merke, dass meine Bewegungen nicht sehr flüssig sind, aber ich gebe mein Bestes. Kreise meine Hüften. Fahre mit meinen Handflächen von meinem Schoß aus hoch, streiche über meine prallen Brüste, hoch zu meinem Hals, gleite über meine Wangen und fahre mir dann durch meine Haare. Ich halte meine Augen die ganze Zeit geschlossen. Nachdem ich mir durch mein Haar gegangen bin, landen meine Handflächen auf meinen Schultern. Ich streife mir beide BH-Träger ab, lasse ihn aber an. Ich drehe meine Hände, so, dass ich mit der Außenseite über meine Seiten fahre, wie er es in seiner Nachricht beschrieben hat, nur, dass es statt hoch, wieder runter geht. Ich bewege mich wie eine Schlange, die zu der Bewegung einer Flöte tanzt. Ich fühle plötzlich die Musik. Bin verschmolzen mit ihr. Die Steifheit vom Anfang ist verschwunden. Ich habe mich vollkommen in dem Moment vergessen und erschrecke, als es plötzlich still ist. Ich beende schnell die Aufnahme und schicke sie ihm zu. Mein Nichtantworten hat ihn anscheinend leicht verunsichert.

Lou? War das zu viel? Falls ja, tut es mir aufrichtig leid!

Ich schreibe nichts dazu und warte seine Reaktion auf das Video ab.

Was tust du mir an? Das war eine doofe Idee von mir ... Ich bin sprachlos. Du treibst mich in den Wahnsinn! Ich hab dich um den Finger gewickelt? Ich glaube eher, dass du den Spieß gerade umgedreht hast! Wie verkrampft du am Anfang warst und plötzlich wurdest du zu der sanften, sinnlichen, heißen Frau, die ich in dir sehe. Wie gerne hätte ich mich hinter dich gestellt, meinen Körper an deinen gepresst, mein Gesicht in deinem feurigen Haar vergraben, um mit dir gemeinsam zu verschmelzen. Mit kaum einer Frau sind solche erotischen Augenblicke möglich. Das ist aber genau das, wonach ich mich sehne. Louisa. Ich hoffe, dass das Interesse beidseitig bestehen bleibt. Aber selbst, wenn du nun direkt zu mir fahren würdest ... Ich würde es nicht wollen. Ich will dich genießen. Dazu gehört auch die Vorfreude auf dich. Mein Kopfkino läuft auf Hochtouren. Das ist wirklich selten. Du lässt meine Fantasie grenzen überschreiten. Und das, obwohl ich dich gerade mal vor ein paar Stunden kennengelernt habe. Du hast mir jetzt schon so unglaublich viel gegeben. Wie kann ich mich jemals revanchieren?

Wo war dieser Mann? Und warum habe ich so viel Glück? Mein erstes Match und dann direkt so ein Treffer? Als sei er aus einem dieser kitschigen, erotischen Liebesromane entsprungen. Aber vielleicht ist es tatsächlich Schicksal. Ein Geschenk als Ausgleich für die letzten Jahre voller Leid.

Obwohl er definitiv besser als einer dieser männlichen Romanfiguren ist. Kitschig sind seine Worte nicht. Es sei denn, sie sind es und ich habe nun die rosarote Brille auf, weil er es geschafft hat, etwas in meiner Pussy auszulösen. Gut, das ist vielleicht keine große Kunst, da dort schon lange niemand mehr dran war. Aber ich glaube, wären seine Worte billig, hätten sie mich auf jeden Fall kalt gelassen.

Deine Worte schmeicheln mir sehr und lassen mich eröten. Um ehrlich zu sein, war ich schon lange nicht mehr so erregt, wie ich es jetzt gerade bin ...

Dann weiß ich, wie ich mich revanchieren kann. Dich macht es an, dich mir zu zeigen, nicht wahr?

Mh ... ich weiß nicht wieso, aber ja ... das ist richtig.

Dann wirst du dich jetzt irgendwo hinlegen. So, dass du es bequem hast.

Jetzt beginnt der Film in meinem Kopfkino ...

Ich liege. Was soll ich jetzt tun?

Ich werde dich jetzt per Videoanruf anrufen. Du wirst mein Gesicht nicht sehen. Ich halte das Handy unter meinen Schreibtisch, weil ich natürlich nicht möchte, dass mich jemand bei dieser Aktion überraschen kann. Du sollst dich vollkommen entspannen. Du wirst aber meine Stimme gleich hören. Ich werde flüstern, also höre genau hin, was ich sage. Du sagst nichts. Ich will dich höchstens stöhnen hören. Bereit?

Oh Gott! Was tue ich da? Aber ich bin so geil, dass ich nicht lange überlege.

Ja, bin ich.

Wenige Sekunden später ruft er an. Ich nehme an und in dem Augenblick fällt mir ein, dass ich gar nicht geschminkt bin. Aber es ist zu spät. Mein Gesicht wird nun großflächig auf seinem Smartphone zu sehen sein. Sofort halte ich mein Handy weiter von meinem Gesicht weg. Von ihm sehe ich nichts, außer schwarzen Stoff eines Oberteils. Auf jeden Fall hat er keinen dicken Bauch. Also scheint er so trainiert zu sein, wie es auf seinem Profilfoto den Anschein macht.

"Hey, Lou. Du bist wirklich bildhübsch. Dein Gesicht würde ich mir gerne noch länger ansehen, aber es geht jetzt um deine Lust ...", flüstert er und ich muss mich wirklich konzentrieren, ihn zu verstehen, aber seine Stimmfarbe gefällt mir. Tief, aber weich.

"... richte die Kamera auf deinen Schoß aus. Du musst nun alles mit einer Hand tun, aber ich möchte genau sehen, was du tust und ich möchte, dass du weißt, dass ich jedes Detail sehen kann. Jeden Tropfen deines Saftes. Gleite mit deiner Hand nun in deinen Slip und massiere ganz leicht deine Klit. Stop. Ziehe deine Hand wieder hervor und nimm deine Finger in den Mund und feuchte sie an."

Ich befolge seine Worte sofort. Ohne nachzudenken. Die Geilheit hat vollkommene Kontrolle über mich genommen.

"Gut so. Nun berühre wieder deinen Venushügel. Massiere ihn mit leichten, kreisenden Bewegungen und ich will, dass du dir jetzt vorstellst, dass es nicht deine Finger sind, die dich berühren, sondern meine Zunge, die dich liebkost. Mh ... wie gerne würde ich dich jetzt zärtlich lecken. Ich werde jetzt erstmal nichts sagen. Mach weiter."

Ich war noch nie so nass in meinem Leben. Ich muss mich zusammenreißen, nicht direkt zu explodieren. Ich will diese lustvolle Situation so weit in die Länge ziehen, wie es nur geht. Auch, wenn ich mich schon unheimlich auf den Orgasmus freue, denn ich bin mir sicher, dass diese eine ganz neue Erfahrung sein wird. Ein neues Gefühl von Lustexplosin. Würde seine Zunge meinen Kitzler leicht umfahren, würde ich jetzt durchdrehen. Immer wieder, wenn diese Vorstellung in meinen Gedanken auftaucht, kann ich sie nicht weiter ausführen, denn ich befürchte meinen Orgasmus dann nicht aufhalten zu können. Robin scheint das merkwürdigerweise zu spüren.

"Hör auf. Ziehe dir jetzt deinen Slip aus."

Mit einer Hand ist das etwas umständlich, aber nach einer Minute liege ich ohne Slip, völlig entblößt, vor Robin. Einem Mann, den ich gar nicht kenne. Vor dem ich nun jegliches Schamgefühl verloren habe. Diese Erfahrung wird mir auch in Zukunft heiße Nächte mit mir alleine bringen. Ich weiß, dass diese Erinnerung meine Lust sofort in Fahrt bringen wird. Dies lässt mich diesen Augenblick nur noch mehr genießen.

"Ich will, dass du mir deine Fotze jetzt genau präsentierst. Zuerst ziehst du die schützende Haut von deiner Klit hoch und zeigst mir die empfindliche Lustquelle. Nimm deinen Zeigefinger in den Mund und befeuchte ihn. Bring deine Perle zum Glänzen. Oh man ... wie gerne würde ich daran jetzt saugen. Vor allem ist sie mit Sicherheit schon richtig schön empfindsam."

Und wie empfindsam sie ist ... es fällt mir schwer, mich nicht an dem Dirty Talk zu beteiligen. Normalerweise fahre ich bei dem Wort Fotze zusammen. Es ist für mich eher ein Schimpfwort, aber als er es eben ausgesprochen hat, durchfuhr mich der Wunsch, dass er mich auf der Stelle fickt.

...

Fortsetzung folgt!

Bei über 6000 Wörtern musste ich jetzt mal aufhören ... die nächsten Kapitel werden wohl auch kürzer werden. Ich musste nur selbst erstmal in die Story reinkommen ...

Bis hoffentlich nächste Woche! (Sollte ich es schaffen ;D)

Katie <3

#Blogroman

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